Mir hängt der Kopf schon weit in der Luft! Entwicklung numerischer Fähigkeiten

Entwicklung numerischer Fähigkeiten mit Pferd

Ich bereite für die Ausbildung zum Dyskalkulietrainer eine neue Videoreihe vor. Dabei geht es auch um die Entwicklung numerischer Fähigkeiten im Kleinkindalter.

Das 1. Lebensjahr legt die Basis

Es ist verblüffend: Bereits im ersten Lebensjahr können Kinder „mehr – weniger“ erkennen. Bei deutlich von einander abgegrenzten Mengen kann ein einjähriges Kind also unterscheiden, welche größer und welche kleiner ist. Üblicherweise greifen Kinder in diesem Alter nach der größeren Menge – was wohl dem elementaren Sicherheits- und Versorgungsbedürfnis entspricht! Und das ist die Basis für die Entwicklung numerischer Fähigkeiten und in weiterer Folge von sicherem Rechnen.

 

Entwicklung numerischer Fähigkeiten im Kindergartenalter

In den folgenden Jahren lernt das Kind, Mengen zu „erkennen“.  Es entwickelt sich also das für das Rechnen-Lernen so wichtige Mengenverständnis. In diesem Jahren wird verglichen und sortiert, was das Zeug hält. Zuerst geht es leichter, wenn das Kind nach Farben sortieren kann, später auch eindeutig erkennbare Formen, auch unterschiedlicher Größe. Das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Dafür stehen dem Kind auch 4 bis 5 Jahre zur Verfügung und es gilt, diese Zeit zu nutzen. In diesem Alter sollten dem Kind möglichst viele unterschiedliche Materialien angeboten werden, mit denen es seiner Sortierleidenschaft frönen kann. Wir von lernenmitpferden.at bevorzugen dabei auch Dinge des Alltags und vor allem aus der Natur. Naturmaterialien bieten einfach viel mehr Sinnesanregungen, als es jedes noch so gut durchdachte Lernspielzeug machen könnte.

Im Kindergartenalter schaffen es viele Kinder auch schon, Mengen von zwei oder drei Dingen simultan zu erfassen, das heißt, auf einen Blick zu erkennen. Und sie können auch schon kleine Mengen abzählen.

höher-tiefer
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Weiter geht es im Vorschulalter

Erst im Vorschulalter, also so ab 5 bis 6 Jahren, beginnen die Kinder, ein wirkliches Verständnis für Zahlwortreihen zu entwickeln. Alles, was vorher in einem höheren Zahlenraum gezählt wird, ist eher auswendig gelernt und steht oft nicht wirklich in einem Zusammenhang mit der zu zählenden Menge (Ausnahmen bestätigen die Regel: es gibt auch Kinder, die mit 3 Jahren schon ein Verständnis für die Zahlenwelt entwickeln). Jetzt wird gezählt, abgezählt und die ersten arithmetischen Operationen werden erprobt.

Bis hier her sind Kinder bei ihrem Umgang mit Zahlen im auditiv-sprachlichen Bereich unterwegs.

Ab dem Schulalter ist dann auch die visuelle Kompetenz gefordert. Jetzt gilt es, geschriebene Zahlen zu erkennen bzw. sie zu Papier zu bringen. Ab jetzt soll das Kind bereit sein, die Basis-Rechenoperationen zu erlernen.

 

So wichtig ist die Phase von 1 – 6 für die Entwicklung numerischer Fähigkeiten

Dieses Wissenist gut erforscht. Es legt nahe, dass es sehr wichtig ist, Kinder im Kleinkind- und Kindergartenalter sowohl bei der Entwicklung gut ausgeprägter Sinnesleistungen (visuell, akustisch, Körperwahrnehmung) als auch bei den Basisfertigkeiten für die Eroberung der Zahlenwelt (mehr-weniger, größer-kleiner,…) zu unterstützen.

Dem tragen wir in all unseren Lehrgängen Rechnung. Mit gezielten Angeboten für Elementarbildung im Kleinkindbereich und Eltern-Kind-Gruppen mit dem “Maxi-Fit für Mini-Kids”, mit dem „Lern-fit für Vorschul-Kids / Schul-Reif mit Pferde-Drive“ und natürlich auch mit dem „Lern- und Legasthenie-Dyskalkulietraining“.

 

Was du zuhause tun kannst: Lass dein Kind mit allen möglichen Alltagsgeräten wie Töpfen und Deckeln, Wäscheklammern, Socken, Besteck (Achtung: scharfe Messer weg, nie ohne Aufsicht) und auch einmal das Nadelkissen, spielen und begleite es dabei!

Dann wirst du auch bald die Erfahrung machen, dass dir dein gerade einmal 3-jähriger sagt: „Ich bin schon groß – mir hängt der Kopf schon weit in der Luft!“

Oder deine 2-jährige vor dir am Pferd sitzt, nicht absteigen will, einen Finger in die Luft hält und fordert:“ Einmal noch!“ Und das immer wieder, bis aus einer Runde mindestens 10 geworden sind. 🙂

 

Solche schönen Szenen erleben wir auch in unserer Arbeit als EREL-Trainerinnen! Wenn auch du süchtig danach werden könntest, schreib mir einfach oder ruf mich an1

 

Mit herzlichem Gruß,

Andrea von „Lernen mit Pferden“

 

PS: Das letzte Bild ist aus meinem privaten Archiv, es sind mein Kind, ausnahmsweise ohne Helm – bei unseren Lerntrainings herrscht strenge Helmpflicht!